Sonnenschutzprodukte erzielen ihre Schutzwirkung durch mineralische und/oder organische Filtersubstanzen. Mineralische Sonnenschutzfilter werden wegen ihrer Wirkungsweise auch als physikalische, organische als chemische bezeichnet. Wie unterscheiden sich diese beiden Sonnenschutzfilter?

Mineralische / Physikalische Sonnenschutzfilter

In Sonnenschutzprodukten eingesetzte mineralische Filter bestehen im Wesentlichen aus Titandioxid und Zinkoxid, die das Sonnenlicht streuen und reflektieren. Sie decken ein weites Spektrum an Strahlung ab. Sie verteilen sich nicht gleichförmig auf der Haut, sondern besetzen ihre Plätze direkt an der Oberfläche der Haut. Dadurch werden Sie aber leichter entfernbar. Sie lösen kaum Allergien aus und werden sehr gerne für Kindersonnencremen verwendet.  Je dicker sie aufgetragen werden, desto wirksamer wird der Schutz. Wenn die Filtersubstanzen nicht stark zerkleinert sind, können sie einen weißen Film auf der Haut hinterlassen, der meist als störend empfunden wird. Deshalb setzen Hersteller diese UVA-Filter nicht nur als Mikropartikel, sondern weiter zerkleinert als Nanopartikel (Größe von 1 bis 100 nm ein). Diese kleinen Teilchen streuen nur mehr die UVA-Strahlung aber nicht das sichtbare Licht. Die „sichtbare“ Weißfärbung fällt somit weg.

Für gesunde Haut ist die Verwendung von Nanopartikel in Sonnenschutzmitteln auch nach neuem Wissensstand unbedenklich, weil sie nicht in gesunde Haut eindringen können. Seit Juli 2013 setzen die Hersteller die Bezeichnung Nano hinter den Stoff, wenn er in dieser Größe im kosmetischen Produkt zum Einsatz kommt.

Organische / Chemische Sonnenschutzfilter

Organische Filter entfalten ihre Schutzmechanismus durch „Einfangen“ der UVA-Strahlung. Dabei wird schädliche UVA-Strahlung in Wärme- oder Bewegungsenergie umgewandelt. Sie entfalten ihre volle Wirkung dann, wenn sie  sich mit der obersten Hautschicht zu einer gleichförmigen Oberfläche vereinigt haben. Deshalb sollte Sonnencreme stets rechtzeitig vor einem Aufenthalt in der Sonne aufgetragen werden.

Filterkombinationen

Zur Erreichung eines optimalen UVA/UVB-Schutzes werden deshalb zunehmend verschiedene Filtersubstanzen miteinander kombiniert, sowohl mineralisch als auch organisch, wobei es bei den organischen auch sogenannte Breitbandfilter gibt. Bei der Auswahl ist neben dem Schutzfaktor auch die Fotostabilität und gemeinsam mit den Hilfssubstanzen die Erreichung von Wasserfestigkeit von Bedeutung. Unabhängig von der Zusammenstellung ist häufiges Nachcremen in jedem Fall anzuraten, da durch Abreiben und Lösen im Wasser Verluste an der gleichförmigen Schutzhülle der Lichtschutzzubereitung entstehen.