Das hier wäre eigentlich ein Kommentar

Mütter verschwinden innerhalb der Corona-Krise peu à peu aus dem öffentlichen Diskurs. Auch unsere Chefredakteurin.

Hier hätte ein Text gestanden. Wenn ich Zeit und Energie dafür gehabt hätte. Ich hätte aktuelle Studien eingeordnet, den Doppelstandard zwischen Spitzenpolitikern und Spitzenpolitikerinnen analysiert, über Solidarität innerhalb der Corona-Krise geschrieben.

Aber, wie die meisten anderen Mütter, schaffe ich es gerade nicht. Seit Monaten schaffe ich weniger, denn meine Hauptaufgabe ist es, mich um mein Kind zu kümmern. Das ist politisch so gewollt. Erwerbstätige Mütter tragen die Hauptlast der Krise.

Und ich sehe, wie es anderen Müttern ähnlich geht. Autorinnen, die auch Mutter sind, schreiben mir: „Ich würde so gern über diese miserable Familienpolitik schreiben. Aber wann? Ich falle abends todmüde ins Bett.“ Und ich sehe, wie stattdessen immer mehr Männer Kolumnen verfassen. Wie die Experten, die zur Krise sprechen, Männer sind.

Wissenschaftlerinnen reichen weniger Beiträge ein, Autorinnen schreiben weniger, viele nur noch auf Twitter, wenn überhaupt. Die Perspektive von Müttern fehlt innerhalb der Krise – dabei bräuchten wir sie heute mehr denn je.

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Mehr zum Unwohlsein der modernen Mutter lest ihr in diesem Buch: „Das Unwohlsein der modernen Mutter“, beim Rowohlt Verlag erschienen am 21.4.2021, 256 S., 14.95 Euro.

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