Corona & Schulen: Kinder zuletzt

Schulen schließen sich von selbst, Bedürfnisse von Kindern kommen zuletzt. An der aktuellen Pandemie-Situation sehen wir, dass sowohl Bildung als auch Familien politisch vernachlässigt werden.

Dass es diese Kolumne gibt, ist fast Glück. Als Mutter eines Schul- oder Kitakindes kann die Hiobsbotschaft jederzeit kommen: Quarantäne.

„Na, wie viele Kinder sind bei euch gerade positiv?“ oder „Wie oft wart ihr schon in Quarantäne?“ sind aktuell ganz normale Fragen. Das, was wir bereits im vergangenen Jahr erlebt haben, geht weiter. Bloß noch krasser.

Das liegt auf der einen Seite daran, dass die Pandemie-Politik weiterhin nicht Familien in den Mittelpunkt stellt. Und auf der anderen Seite an großen Versäumnissen im Bereich Bildung in den vergangenen Jahrzehnten.

Noch immer können viele Schüler*innen von gutem digitalen Unterricht nur träumen. Auch nach fast zwei Jahren Pandemie sind noch immer nicht alle Kinder mit digitalen Geräten ausgestattet. Noch immer ist das einzig Digitale, was einige Lehrpersonen können, Mails schreiben. Aber beim PDF-Anhang wird es schwierig. Ich übertreibe? Leider nein. Alles schon erlebt.

Schulen zuletzt

Mir geht es aber gar nicht um die Lehrenden. Sondern darum, dass der aktuelle Stand rund um die Schulen zeigt, was jahrelang versäumt wurde in der Bildungspolitik. Lange hieß es aus der Politik: Schulen schließen wir zuletzt. Und gleichzeitig sehen wir in anderen Ländern, dass Omikron dafür sorgt, dass Kinder auch ohne Schulschließungen nicht mehr zu Schule gehen können, wenn zu viele Lehrkräfte krank oder in Quarantäne sind.

Am Ende meiner Kolumne erzähle ich euch ja immer von meinen Ideen, wie es besser laufen könnte. Die habe ich heute nur für einen Teil des Problems, die Bildung. Es muss endlich dafür gesorgt werden, dass Kinder gut lernen können – im Präsenzunterricht und digital. Es braucht Geräte für alle und Konzepte, die berücksichtigen, dass nicht alle Kinder ähnliche Voraussetzungen haben. Dass der Bildungserfolg von Kindern in Deutschland so krass mit den Eltern zusammenhängt, muss sich endlich ändern.

Endlich mal zuhören

Und jetzt kommt der zweite Teil des Problems, dafür brauche ich euch. Und ich möchte an dieser Stelle gern das tun, was die Politk versäumt: Euch zuhören.

Was braucht ihr, um mit euren Kindern gut durch die kommenden Pandemie-Wochen zu kommen? Eine bezahlte Elternzeit? Mehr Kinderkrankentage? Geld für FFP2-Masken für eure Kinder? Einen Computer? Besseres WLAN? Einen Kündigungsschutz? Oder etwas ganz anderes? Schreibt es uns gerne in die Kommentare des Artikels. Vielleicht lesen ja auch einige Politiker*innen mit.

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